ecocafesonador

Das Kaffeeprojekt in Sonador wurde Anfang April abgeschlossen. Eine Gruppe von rund fünf Bauern hat sich den vergangenen fünf Monaten intensiv mit der Verbesserung des Anbaus und der Vermarktung ihres Kaffees auseinandergesetzt. Es wurden mögliche pestizidfreie Anbaumethoden studiert sowie einzelne Anbautechniken, die gewisse Pestizidanwendungen ersetzen könnten. Darüber hinaus haben wir Produktionskostenmodelle erstellt, um abschätzen zu können, ob ein allfällig höherer Preis für ökologischer produzierten Kaffee die höheren Produktionskosten kompensieren könnte. Die Preisunterschied zwischen pestizidfrei angebauten Kaffee und solchem mit Pestizideinsatz war beim infragekommenden Kaffeeabnehmer und aufgrund der gegenwärtig hohen Preise für mit Pestiziden angebauten Kaffee verhältnismässig klein. Nach sorgfältigem abwägen der Vor und Nachteil, haben sich die Produzenten entschieden, den Schritt zur pestizidfreien Produktion vorläufig auf Eis zu legen. Grund dafür sind in erster Linie die Risiken, die ein Abnehmerwechsel mit sich bringen würde.
Die Bauern sehen darin aber keinen Miserfolg des Projektes. Sie sind im Gegenteil froh um die gewonnen Erkenntnisse und Erfahrungen und fühlen sich mit dem nötigen Rüstzeug ausgestattet, das Projekt wieder aufzunehmen, falls sich die Rahmenbedingungen dereinst ändern sollten. In der Zwischenzeit wollen sie sich einem anderen vielversprechenden Projekt widmen: Dem Anbau und Verkauf von Bio-Bananen. Verhandlungen mit einem möglichen Abnehmer laufen bereits. Die Bauern sind gegenwärtig sehr enthusiastisch diesbezüglich, die Zahl der interessierten Produzenten ist gar grösser als beim Kaffeeprojekt. Hoffen wir, dass sie in ihrem Enthusiasmus nicht enttäuscht werden.

Im Rahmen des ganzen Projektes wurden keinerlei Spendengelder verwendet.


Seit Längerem gab es hier leider nichts Neues zu lesen. Grund dafür ist nicht, dass im Projekt nichts läuft. Im Gegenteil: Die Gruppe von interessierten Landwirten, die gerne den Anbau und Vermarktung von ökologischer produziertem Kaffee vorantreiben wollen, ist gegenwärtig damit beschäftigt, sich das nötige Wissen anzueignen und sich zu überlegen, wie sie es in die Praxis umsetzen wollen. Umstellungen in den Anbauverfahren wollen gut abgewogen sein. Kaffee ist eine sehr heikle Kultur, deren Pflege für die Produzenten und Produzentinnen ein hoher Arbeits- und Geldaufwand bedeutet. Falls dieser nicht mit dem passenden finanziellen Erlös kompensiert wird, kann dies für eine Familie unter Umständen in einer finanziellen Katastrophe enden. Was im Moment noch fehlt, ist eine klare Vereinbarung mit dem Abnehmer über Menge, Qualität und Preis des ökologisch produzierten Kaffees. Wir hoffen, dass diese bald getroffen werden kann.
Bis dahin noch ein paar interessante Fotos:

Der Kaffee hat dieses Jahr dank der trockenen Bedingungen in den letzten Wochen sehr schön geblüht. Die Stauden sehr viele Früchte ansetzen können.

Die Pilzkrankheit Mal rosado (Corticium salmonicolor) bereitet den Kaffeeproduzenten Kopfzerbrechen. Sie wütet dieses Jahr schwer, und beeinträchtig besonders Neupflanzungen. Die Jungpflanzen sterben teils gänzlich ab, was die Produzenten finanziell empfindlich trifft.

Woche 5: Die Umfrage ist abgeschlossen eine Übersicht über die Resultat findet sich
hier. Es hat sich eine kleine Gruppe von Produzenten gebildet, die sich für den Bioanbau interessieren und nun prüfen wollen ob sich eine grössere Investition in Bio-Kaffee lohnen könnte. Zwei von ihnen haben schon etwas rfahrung im Bio-Anbau von Kaffee. Nun müssen die genauen Rahmenbedingungen mit dem Abnehmer ausgehandelt werden. Daneben müssen wir uns überlegen, wie wir die grossen technischen Herausforderungen des Bio-Kaffeeanbaus in dieser Region meistern: Die Unkrautbekämpfung, die Düngung und ferner die Anzucht von Bio-Jungpflanzen. Aufgrund des vielen Niederschlags ist das Unkraut hier ein grosses Problem. Weil der Kaffee keine Konkurrenz duldet, muss es konstant in Schach gehalten werden. Ohne Herbizide bedeutet dies einen enormen Arbeitsaufwand. Während der Regenzeit braucht es mindestens alle zwei Monate einen Durchgang mit der Motorsense. Die Düngung gestaltet sich schwierig, weil viele der Kaffeepflanzungen sehr schlecht erschlossen und meist auch mit dem Pferd nur schwer zu erreichen sind. Bei den grossen an organischen Düngern, die nötig sind ist es also einerseits ein logistisches Problem, andererseits ein finanzielles, weil vor Ort praktisch keine organischen Dünger vorhanden sind.

Woche 3 und 4: Die Zeit vergeht weiter wie im Flug. Mit körperlichen Arbeit am Morgen, und Projektarbeit am Nachmittag. Körperliche Arbeit beinhaltet Sachen wie Dickicht roden mit der Machete, Bäume pflanzen, Hilfe beim Hausbau, Brennholzbeschaffung und natürlich immer mal wieder Kaffeepflücken. Die Nachmittage sind dann etwas ruhiger. Bisher konnte ich gut 12 Bauern befragen über die Art und Weise wie sie den Kaffee produzieren. Das klingt vielleicht nach nicht sehr viel, aber es ist nicht immer einfach, den Leuten 30 Minuten ihrer Zeit abzuluchsen. Dennoch habe ich wohl schon eine recht gute Übersicht gewonnen. Die meisten Produzenten sind sehr an ökologisch verträglichen Anbaumethoden interessiert, sofern es eine angemessene Vermarktungsmöglichkeit gibt. Die negativen Auswirkungen von Pflanzenschutzmittel auf Mensch und Umwelt erleben die meisten von Ihnen buchstäblich am eigenen Leib. Nächsten Samstag findet die erste Reunion statt, an der wir das weitere Vorgehen diskutieren werden.

Woche 2: Noch mehr Kaffee geerntet und aufbereitet, wieder viel gelernt und daneben die Pläne fürs Projekt konkretisiert. Heute habe ich mit mit einer kleinen Umfrage über die Organisation und Methoden der Kaffeeproduktion auf den einzelnen Betrieben begonnen. Der erste Produzent Ramón hat mir schon allerhand interessante Dinge erzählt über den biologischen Kaffeeanbau und vieles mehr. Weiter sind zwei Exkursionen geplant: Eine zu anderen Microbeneficios in der näheren Umgebung, die Biokaffee verarbeiten und zur grossen zentralen Kaffeeverarbeitungsanlage von Coopeagri in San Isidro. Für die folgende Woche ist ein kleiner Workshop geplant an dem möglichst viele interessierte Landwirte und Landwirtinnen über das Projekt informiert werden sollen. Ein kleiner Artikel der in der Dorfzeitung von nächster Woche erscheinen wird, macht Werbung dafür.

Ramón lässt die Blattschneiderameisen in seiner Bio-Kaffeeanlage organischen Dünger produzieren. Er hat ihnen ein tTrockenes Plätzchen eingerichtet, wo sie brav ihre Exkremente deponieren, die er dann mitnimmt um sein Gemüse zu düngen.

Woche 1: Ich nutze die ersten Tage hier, um mich zu orientieren und möglichst viel über die lokale Landwirtschaft und speziell natürliche den Kaffeeanbau zu lernen. Ich gehe Kaffee pflücken helfe bei dessen Verarbeitung und spreche natürlich mit möglichst vielen Leuten, die damit direkt zu tun haben, das heisst, ich höre vor allem zu. Das mit dem Spanisch klappt bereits ziemlich gut.
Im Gespräch mit den Leuten sind erste Ideen entstanden, wie man das Projekt aufgleisen und worauf man Gewicht legen könnte. Das wird sich in den nächsten Tagen und Wochen weiter konkretisieren.
Abgesehen davon gibt es viele schöne Dinge zu tun: Etwa die Kolibris und Schmetterlinge im DIN A4 Format bewundern, die neben all den anderen interessanten aber bisher leider nicht näher identifizierbaren Tieren und Pflanzen die nähere Umgebung die Umgebung besiedeln.

Obwohl Worte ja bekanntlich mehr als tausend Bilder sagen, hier ein paar Fotos…

Ojo de Gallo (Mycena citricolor). Ein Basidiomycet, der hier beträchtlichen Schaden anrichtet. Viele Waldbäume sind Wirtspflanzen, weshalb waldnahe Kaffepflanzungen besonders betroffen sind.

Aus abgelegenen Pflanzungen wird die Ernte wird mit Pferden bis zum nächsten mit Motorfahrzeugen befahrbaren Weg transportiert.

Im Dorf werden die Kaffeekirschen aufbereitet. Mann trennt die Pulpe maschinell von den Bohnen, um diese anschliessen zu trocknen und so lager- und transportfähig zu machen.

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